Reisen in Corona Zeiten

Meine erste Flugreise seit Beginn der Pandemie

Rom - Piazza Del Popolo

von MANUELA PFEIFER

März 2022:
Mehr als 2 Jahre leben wir nun mit Corona.

Nach vielen Monaten fast komplett ohne reisende Kunden, besserte sich die Lage etwa ab Ende 2020. Reisen – wenn auch mit deutlichen Einschränkungen und nur zu ausgewählten Zielen – war endlich wieder möglich. 

Immer wieder wird betont, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, sich ausgerechnet bei der Anreise mit dem Flugzeug anzustecken. 

Machen wir es kurz: ich brachte ein Souvenir von meinem Kurzurlaub in Rom mit… einen positiven Covid-Test.

Urlaubsvorbereitungen

Neben allerlei wichtigen Dingen, die heutzutage im Vorfeld einer solchen Reise zu beachten und zu erledigen sind, verordnete ich mir in den 2 Wochen vor meiner Reise selbst Quarantäne. Ich ging nur noch in den Supermarkt und zur Post. Selbst meine Freunde sahen mich in dieser Zeit maximal noch per Videochat. 
Ich wollte einfach diesen lang ersehnten Urlaub nicht gefährden. 

Am Tag vor dem Abflug ließ ich mich sicherheitshalber noch einmal testen, auch wenn ich das als 2fach geimpfte und geboosterte Person nicht gemusst hätte. 

Ich füllte auch brav das Online-Einreiseformular für Italien aus, was jedoch während der gesamten Reise niemand sehen wollte. Immer mehr Länder schaffen diese Formular gerade eh wieder ab.

Auch den QR-Code meiner Covid-App musste ich zum ersten Mal in Rom selbst vorzeigen, als ich in ein Restaurant wollte.

Check-In / Sicherheitskontrollen / Wartebereiche

Hinflug ab Berlin:
Ich flog mit Easyjet, hatte online eingecheckt und konnte sogar meinen Koffer am Automaten am BER abgeben. Meinen ersten näheren Personenkontakt hätte ich deshalb erst an den Sicherheitskontrollen.
Es war überall schön leer – nicht zu vergleichen mit den Horrorbildern, die man in der Vergangenheit immer wieder vom neuen Berliner Flughafen zu sehen bekam.

Rückflug ab Rom-Fiumicino:
Hier hatte ich ebenfalls online eingecheckt, musste meinen Koffer aber mangels Gepäckautomaten am Schalter abgeben. Dort musste ich meinen Impfnachweis vorzeigen und wenige Minuten später noch einmal beim Zugang zu den Sicherheitskontrollen. 

Besser als in Berlin fand ich auch die Tatsache, dass bei den Sitzplätzen in den Wartebereichen zwischendurch immer einzelne Plätze gesperrt waren. Was am Ende den meisten Reisenden dann aber auch egal war, denn sie setzen sich zum Teil einfach direkt auf die angebrachten Banderolen.

Zweimal erlebte ich mit, wie Passagiere mit medizinischem Mundschutz gebeten wurden, FFP2-Masken aufzusetzen. Das wurde in der Tag streng kontrolliert. 

Boarding & Flug

Spätestens beim Boarding waren die überall propagierten Sicherheitsabstände dann egal. Auf dem Rückflug ab Rom war es sogar so, dass eine Mitarbeiterin von Easyjet einzig und allein die Aufgabe hatte, uns anzuweisen enger zusammenzurücken, damit die Passagiere nach uns auch noch an den Boarding-Schalter heran kamen.

Beide Flüge waren nahezu komplett ausgebucht. Spätestens jetzt hatte man also keine Chance darauf, Abstand zu anderen zu halten. Zwar müssen FFP2-Masken während des gesamten Fluges aufbehalten werden, aber zum Essen und Trinken darf man sie abnehmen. 
Und natürlich gibt es dann immer solche „Spezies“, die einfach fast den gesamten Flug über eine Tüte Nüsse naschen und die Maske nur ab und zu aufsetzen.

Covid-Regeln vor Ort

In Rom selbst galt bei meinem Besuch seit einigen Wochen keine Maskenpflicht im Freien mehr. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und vielen Sehenswürdigkeiten hingegen schon (fast ausnahmslos FFP2). 

Man merkte, dass die Italiener zwar deutlich disziplinierter und routinierter im Umgang mit den Regeln waren, aber auf der anderen Seite spürte man auch überall die Erleichterung über das hoffentlich nahende Ende der schweren Zeit. 

In Gegenden wie dem stark frequentierten (und wunderschönen!) Stadtviertel Trastevere schadet es sicher nichts, die Maske weiterhin aufzusetzen, wenn es in den kleinen Gassen enger wird.

 

Fazit

Ich halte es für nahezu erwiesen, dass ich mich am Tag meines Hinfluges direkt am Flughafen oder im Flugzeug angesteckt habe. 
Schon 2 Tage später begannen die ersten Erkältungs-Symptome bei mir. Ein Test am Tag vor meinem Rückflug war allerdings negativ, so dass ich immer noch hoffte, dass es nur ein kleiner Infekt sei. Ich hatte noch nicht einmal Husten, nur allgemeines Unwohlsein.

Erst einen Tag nach meiner Rückkehr nach Deutschland bekam ich die zweifelsfreie Diagnose in Form eines positiven Tests.

Ich sag´s wie es ist: Ich bin mir sehr sicher, dass heutzutage eine Menge infizierte Leute (wissentlich oder unwissentlich) per Flugzeug reisen, erst recht bei den so kurzen Inkubationszeiten wie mit der Omikron-Variante.

Es gibt für mich keinen Grund mehr, mich bei einer Flugreise sicherer vor einer Ansteckung zu fühlen als anderswo.

Ich werde wieder fliegen, auch wenn die Pandemie/Endemie uns sicher noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Wer die Möglichkeit einer Vorab-Quarantäne hat, sollte sich diese „gönnen“, um auf Nummer sicher zu gehen, dass er/sie zumindest auf der Hinreise infektions- und ansteckungsfrei ist. 

 

Bonus-Tipp

Achten Sie unbedingt auf einen guten Versicherungsschutz mit Covidabdeckung. Dies gilt sowohl für eine Reiserücktritt-/Reiseabbruchversicherung als auch für die Auslandskrankenversicherung. 
ACHTUNG! Bestehende Jahresversicherungen enthalten diese Leistungen oftmals nicht und müssen angepasst werden. Also unbedingt vorher bei der Versicherung nachfragen oder im Reisebüro Ihres Vertrauens, bei dem die Versicherung abgeschlossen wurde.