Reisebericht New York

 

Ein lang gehegter Traum ging für meinen Sohn und mich Ende Mai 2019 in Erfüllung: wir reisten für sechs Nächte nach New York City.

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Anreise

Wir flogen von Berlin mit Delta Airlines direkt nach JFK (John F. Kennedy Airport). An der Einreisekontrolle standen wir etwa 50 Minuten an.

Vom Flughafen fuhren wir mit dem AirTrain bis Jamaica Station und stiegen dann in die U-Bahn um, die uns bis zum Times Square brachte. Insgesamt dauerte die Fahrt in die City etwa eine Stunde, alles klappte gut und reibungslos. 

Die Tickets für den Skytrain (Stand Mai 2019: 5 Dollar pro Person) bezahlt man übrigens erst nach der Ankunft an dessen Endstationen Jamaica Station oder Howard Beach Station. Für die Metro selbst haben wir uns ein Wochenticket gekauft. Diese bekommt man an so gut wie jedem Fahrkartenautomaten.

Metrostation in New York
Zimmer im "Crowne Plaza Times Square"

Wo wohnt man?

Eins vorab: New York ist nicht billig. In keinerlei Hinsicht. 
Wir wohnten in Manhattan, direkt am Times Square im “Crowne Plaza Times Square” und fanden die Lage absolut perfekt. Wer es etwas günstiger haben möchte und tägliche Fahrten mit der U-Bahn nach Manhattan (wo sich die meisten Sehenswürdigkeiten, Museen etc. befinden) nicht scheut, ist aber zum Beispiel auch in Brooklyn gut aufgehoben. Frühstück bieten die wenigstens Hotels an, sodass man dies als Auswahlkriterium getrost vernachlässigen kann.

Noch ein Tipp: je höher, desto besser. New York ist eine laute Stadt, auch nachts. Selbst in unserem Zimmer im 43. Stock hörten wir nachts noch leise das Hupen der Autos und Sirenen von Einsatzfahrzeugen der Polizei oder Feuerwehr. The city that never sleeps… so wahr, aber gleichzeitig auch so faszinierend!

Der erste Abend und der erste Tag - allgemeine Tipps zur Planung

Wir waren am späten Nachmittag New Yorker Ortszeit gelandet, in Deutschland war es also schon Nacht. Im Flugzeug hatten wir nicht geschlafen und wussten, dass wir gegen die Müdigkeit ankämpfen müssen, um in den nächsten Tagen so wenig wie möglich vom Jetlag zu spüren. Wir erkundeten den abendlichen Trubel am Times Square, spazierten Richtung Bryant Park und Rockefeller Center, bestaunten den wirklich wunderschönen Hauptbahnhof “Grand Central Station” und kehrten so spät wie möglich ins Hotel zurück. Am nächsten Morgen erwachten wir früh, aber recht gut erholt und voller Tatendrang.
Es war Montag, aber ein Feiertag (Memorial Day). Perfekt, um mit dem Hop On Hop Off Bus eine Stadtrundfahrt zu machen für einen ersten Überblick. Die Sonne brannte, unser Guide freute sich über die verhältnismäßig leeren Straßen aufgrund des Feiertages. 

New York überraschte uns die ganze Woche über mit ständig wechselndem Wetter – mitunter innerhalb von Stunden wechselte es von heiß zu extremen Regengüssen, von bewölktem Himmel und versteckten Wolkenkratzern bis hin zu strahlend blauem Himmel schon kurze Zeit später. Deshalb mein wichtigster Tipp: egal, was Sie alles vorhaben in New York – versuchen Sie, flexibel zu bleiben und sich nach dem Wetter zu richten.

Die Eintrittspreise für die verschiedenen Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkte, Museen usw. sind ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der Reisekasse. Es gibt diverse Sightseeing Pässe, von denen jeder eigene Vor- und Nachteile hat. Vorher zu wissen, was man in etwa unternehmen möchte, macht die Auswahl einfacher. Zumal es auch Pässe gibt, bei denen man an bestimmten Sehenswürdigkeiten die so genannten Fast Lines/Fast Tracks nutzen und ohne anzustehen an den anderen Besuchern vorbei gehen darf. Wir hatten das zum Beispiel in unserem New York Pass beim Empire State Building & Madame Tussauds inkludiert, was aber völlig egal war, denn bei unserem Besuch war es total leer. Anstehen mussten wir jedoch am 9/11 Memorial & Museum und bei Statue Cruises für die Überfahrt nach Liberty Island & Ellis Island. Es gibt also keine perfekte Planung; Flexibilität und mitunter Geduld sind gefragt. Und bei Warteschlangen draußen je nach Wetter ein Sonnenhut oder ein Regenschirm.

American Museum of Natural History

Was man bei schlechtem Wetter machen kann

Museum auf Ellis Island

Freiheitsstatue

Natürlich ist die Freiheitsstatue ein Muss beim ersten Besuch in New York. 

Ich hatte vorher oft gehört und gelesen, dass es reicht mit der kostenfreien Staten Island Ferry an Liberty Island vorbeizufahren und die Freiheitsstatue von dort aus zu bewundern. 

Aber ganz ehrlich: ich bin froh, dass wir die im New York Pass inkludierte Statue Cruises genutzt haben, die sowohl auf Liberty Island (Freiheitsstatue) anlegt als auch auf Ellis Island, wo früher die Immigranten aus Übersee auf ihre Einreiseerlaubnis warteten. Das Immigration Museum ist im Ticketpreis inkludiert und sehr detailreich und eindrucksvoll.

Um auf die Freiheitsstatue selbst zu kommen (speziell in die Krone), muss man Wochen oder gar Monate im Voraus Tickets buchen, uns genügte aber eine Auszeit auf einer Wiese am Fuße der Statue mit herrlicher Aussicht auf die Skylines von Manhattan und Brooklyn. 

Freiheitsstatue / Liberty Island
Freiheitsstatue & Blick nach Manhattan

Essen & Trinken

Wie bereits erwähnt, gibt es nur sehr wenige Hotels in New York, bei denen Frühstück im Übernachtungspreis inkludiert ist. Je nach Hotelkategorie muss man mit zusätzlich 15-30 Dollar pro Person und Tag rechnen, und dann ist das Frühstück trotzdem nicht unbedingt der Knaller für Frühstücksgourmets.
Wir frühstückten einmal im Hotel und suchten uns für die anderen Tage Alternativen in der Umgebung. 

Frühstückstipps

Pancakes im "Times Square American Diner & Grill"

Ein typisches American Diner wie das “Times Square American Diner & Grill”, wo man sich an Pancakes mit Ahornsirup oder Rührei mit Speck satt essen kann. Oftmals reicht eine Portion locker für zwei (europäische) Mägen.

Die französische Bäckerei-Kette “Maison Kayser” bietet tolle Croissants, guten Kaffee und auch die eine oder andere eher dunkle Brotsorte, die man sonst in den USA kaum bekommt.

Pick A Bagel

Tagsüber & Abends

Auch tagsüber und besonders abends bietet New York in kulinarischer Hinsicht so gut wie alles, was man sich vorstellen oder auch nicht vorstellen kann (Stichwort: China Town – siehe Bild unten). 

Bei schönem Wetter kann man sein mitgebrachtes Essen im Bryant Park genießen, einer kleinen Oase mitten in der Großstadt, wo Tische und Stühle für Jedermann bereit stehen. 

Ein persönliches Ritual für uns auf jeder Städtereise: ein Besuch im Hard Rock Café mit den in meinen Augen allerbesten Nachos überhaupt als Vorspeise. Das Hard Rock Café in Manhattan ist besonders groß, und dennoch muss man ohne Reservierung immer mit Wartezeiten rechnen, bis man einen Tisch bekommt.

Lebensmittel-Laden in Chinatown

 

Bagel-Fans kommen bei “Pick A Bagel” auf ihre Kosten, egal zu welcher Tageszeit.

 Hier kann man sich nach Herzenslust seinen persönlichen Wunsch-Bagel zusammenstellen lassen. So lecker, dass man sich auch von langen Warteschlangen nicht abhalten lassen sollte!

Getränke

In den USA ist es für gewöhnlich so, dass man in jedem Restaurant, Diner etc. ungefragt und kostenlos Wasser serviert bekommt. Man kann sogar einfach seine mitgebrachte Trinkflasche auffüllen lassen, ohne überhaupt etwas vor Ort zu verzehren. 
Leider schmeckt das Leitungswasser ziemlich nach Chlor (wohl jahreszeitenabhängig), woran wir uns leider nicht gewöhnen konnten und lieber Geld für europäisches Wasser in Flaschen ausgaben.

Bestellt man Filterkaffee, bezahlt man nur die erste Tasse und bekommt diese immer wieder nachgefüllt.

Besuch von Bars & Restaurants unter 21 Jahren

Eine Sache ist wichtig zu wissen, wenn man mit Teenagern oder jungen Erwachsenen unterwegs ist: 
Unter 21 Jahren herrscht wirklich striktes Alkoholverbot, und das geht so weit, dass nicht nur der Konsum von Alkohol jeder Art strikt untersagt ist, sondern sogar das Betreten einer Bar.
Es gibt einige wenige Roof Top Bars, die zu bestimmten Uhrzeiten auch Familien mit Kindern und jungen Erwachsenen (unter 21) den Zugang erlauben. Doch die sind rar gesät, und leider stimmen auch die Angaben, die man hierzu im Netz findet, nicht immer mit der Realität überein. 

ABER: Das Besuchsverbot gilt nur für Bars, nicht für Restaurants, in denen ja ebenfalls so gut wie immer Alkohol konsumiert werden kann. Klingt komisch, ist aber so. Fans von Roof Top Bars gehen halt einfach in ein Roof Top Restaurant, und schon ist das Problem gelöst.

Money Money Money

In den USA hat jeder Bundesstaat eine eigene Sales Tax, die fast immer auf die an Regalen usw. ausgezeichneten Preise drauf geschlagen wird. In Restaurants ist Trinkgeld in Höhe von 15 oder 20 % manchmal schon einkalkuliert, manchmal aber auch nicht. Bei einem Einkauf oder einem Restaurant Besuch vorher genau ausrechnen zu können, wie viel man am Ende bezahlt, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Das gewöhnten wir uns ganz schnell ab und ließen uns am Ende immer einfach überraschen.

Das Thema Trinkgeld ist aber äußerst wichtig. Die in Deutschland üblichen 10% sind in den USA viel zu wenig und bedeuten, dass man mit dem Service nicht zufrieden war. 15% sollten Sie mindestens geben, bei sehr gutem Service eher 20% oder sogar noch mehr.
Kreditkarten werden so gut wie überall akzeptiert, sogar am Hot Dog Stand am Times Square.

Von uns getestete Insider-Tipps

Geht man zu Fuß von Manhattan aus über die Brooklyn Bridge und orientiert sich dann nach rechts, gelangt man nach Brooklyn Heights. Die dortige Uferpromenade ist der perfekte Ort für einen Blick auf die Skyline des südlichen Manhattan und entsprechende Fotos.

Luna Park / Coney Island

Eines unserer persönlichen Highlights, das im New York Pass inkludiert war: der Vergnügungspark “Luna Park” auf Coney Island. Luna Park auf Coney Island

Etwa eine Dreiviertelstunde Fahrzeit mit der U-Bahn von Manhattan entfernt, landet man in einer anderen Welt. Riesenrad oder Achterbahn zu fahren zwischen Sandstrand auf der einen und Blick auf die Skyline von Manhattan auf der anderen Seite – ein fantastisches Erlebnis! Besonders viel Spaß hatten wir bei “Steeplechase”.

Mit der Seilbahn nach

Roosevelt Island ist nicht sonderlich aufregend, aber die mehrere Minuten dauernde Fahrt mit der Seilbahn über den East River ist ein Erlebnis. Die Fahrkarten kosten nicht mehr als eine U-Bahn-Fahrt und sind für Tages- oder Wochenkarten-Inhaber einer Metro Card inklusive.